Kategorie: Geröll

Mappus in der Hölle

Spiegel Online kann so ein stimmungsmachendes, mieses piefiges Drecksblatt sein! “Der tiefe Fall des Stefan Mappus“. Man kann Mappus verachten, hassen. Doch wenn jeder, gegen den ermittelt wird oder wurde, bis ins “Bodenlose” runtergeschrieben wird, sind wir längst in der Hölle angekommen. Die wird gemeinsam geführt von BILD, SPIEGEL und Titanic.

Teuflisch, wenn Journalisten die Rechtssprechung nicht abwarten können und Jüngstes Gericht spielen!

Freude, schönes Gottesteilchen!

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Das Gottesteilchen. Ein winziges Riesending. Die Wissenschaft spricht nüchtern vom Higgs-Boson, benannt nach dem britischen Physiker Peter Higgs. Doch “Gottesteilchen” ist leichter zu verkaufen und nicht so seriös. Genau richtig für die Journaille. Der Begriff geht auf Physiknobelpreisträger Leon M. Lederman und den Autor Dick Teresi zurück, die 1993 ihr Buch “The God Particle” veröffentlichten.

Lederman said he gave the Higgs boson the nickname “The God Particle” because the particle is “so central to the state of physics today, so crucial to our final understanding of the structure of matter, yet so elusive,” but jokingly added that a second reason was because “the publisher wouldn’t let us call it the Goddamn Particle, though that might be a more appropriate title, given its villainous nature and the expense it is causing. (Quelle: Wikipedia)

Seither haben die Medien ihr Gottesteilchen. Und wir seit heute… Eine Sensation.

Über Stunden Top-Meldung auf Spiegel Online:

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“…eine wissenschaftliche Sensation…”
Wenn das Hamburger Magazin schon derart feiert, wie wird dann erst der Springer-Konzern in Berlin die Forschungsergebnisse des CERN… Doch statt Feuerwerk nur Götterfünkchen.
 Bild.de: “Es ist eine kleine Sensation!”

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Diese Zurückhaltung kennt man von BILD gar nicht.
Und die Süddeutsche? Ja, ja, ja… Jetzt aber:

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“Ist es das sogenannte Gottesteilchen, nach dem die Physiker seit 30 Jahren suchen? Die Physiker, die heute ihre spektakulären Messungen vorgestellt haben, wollen sich weiterhin nicht festlegen. Denn es geht ihnen nicht um Sensation, sondern um neue Erkenntnisse – und die wird das neu entdeckte Teilchen mit Sicherheit bieten.”

Geht nicht um Sensation? Der FAZ schon:

Das Wissenschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen ist bekanntermaßen hochkarätig überbezahlt besetzt. Die wissen Bescheid. Nachdem faz.net lediglich eine AFP-Meldung veröffentlichte, legte man fundiert nach und machte eine Aussage der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, zur Schlagzeile: “Eine wissenschaftliche Sensation“. Dr. Annette studierte u.a. Katholische Theologie. Da liegt die Beurteilung von Gottesteilchen nahe.

Was auch immer es ist. Wir sind dabei gewesen. Wobei auch immer.

Fotos: Screenshots der Online-Medien

Grüne (nationalistische) Jugend

Heute habe ich schon in einem anderen Zusammenhang Franz Josef Strauß zitiert, falls Ihr den kennt, werdet Ihr ihn nicht mögen. Er hatte Glück und ist einige Jahre vor der Gründung der Grünen Jugend gestorben. Stellt Euch einfach vor, das Zitat wäre von Christian Ströbele. „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen.“ Nicht schlecht, oder? Nun bietet Ihr in Eurem solarbetriebenen Online-Shop allerlei Kärtchen, Flyerchen und Täschchen an. Auch einen Aufkleber, der es bis in die Springer-Presse schaffte und auf dem ohne Weiteres stehen könnte: „Wer noch einmal ein Fähnchen in die Hand nimmt…“

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Und ich muss Euch sagen, Ihr seid mir ein paar Schlawiner, Ihr Nationalisten! “Patriotismus? Nein Danke!” Vor zwei Jahren, als Ihr zu einer Demo gegen das Verbot der Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole sowie gegen den deutschen WM-Nationalismus aufgerufen habt, hätte man fast glauben können, Ihr meint es auch so. Doch Euer Aufkleber entlarvt Euch, Ihr seid ja selbst Nationalisten. Oder soll er für alle gelten? Multikulti ist Euer Spezialgebiet. Aber “Patriotismus? Nein danke!” nur auf Deutsch? Nicht auf Türkisch, Italienisch, Kurdisch, Englisch, Französisch, Hebräisch? Wenigstens in allen Sprachen der EM-Teilnehmer hättet Ihr diesen 8-Cent-Deutschlandverbessereraufkleber rausbringen können. Macht mal lieber die ganze Welt besser und seid mutig, setzt Euch aufs Rad und ab nach Polen und in die Ukraine. In Kiew wartet man sicher auf Euch. “Патріотизм? Ні спасибі!”

Netzwerken Sie sich reich!

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Die Schufa möchte, vorerst natürlich nur zu Forschungszwecken, Daten aus sozialen Netzwerken nutzen, um unsere Kreditwürdigkeit zu ermitteln. Das ist Ihre Chance! Netzwerken Sie sich reich! Wer an die Facebookwand pinnt, er spiele sich seit Tagen nur an den … und schiebe Chips in sich hinein, wird künftig am Bankschalter ausgelacht oder wahlweise verhauen. Wer stattdessen von Spielen mit Fabergé-Eiern und Chipsbergen in Monte Carlo berichtet, auf den regnen goldene Kreditkarten hernieder. Bauen Sie sich Ihre schufafreundliche digitale Persönlichkeit!

Beginnen Sie klein! Seien Sie Mitte 30, das geht mit ein paar Klicks. Sie haben eine abgeschlossene Hochschulausbildung, einen wie auch immer erworbenen Doktortitel und eine ordnungsgemäß aufgenommene, ehemalige herrenlose, geimpfte, flohfreie Katze. Das wirkt sozial. EINE Katze! Höchstens zwei. Sie sind kein Katzenmessie! Sie haben auch nur ein Kind. Maximal zwei. Schreiben Sie aber lieber öfter was über Ihre Katze. Katzen sind der Renner im Internet. Und viele „Gefällt mir“ zeugen davon, dass Sie wissen, was andere wünschen. Sie sind kundenorientiert. Außerdem denkt bei einer Katze jeder an Katzennahrung-Reklame. Da sehen Herrchen und Frauchen immer manierlich aus, wenn sie dem Tier ein wenig Petersilie zur Deko mit aufs Tellerchen tun. Sie sind jetzt so ein Petersiliedrauftuer! Merken!

Reden Sie vom Theater, von der Oper, nicht von Doku-Soaps auf RTLII oder von Bushido. Posten Sie nie Musikvideos wie „Wir haben keine Mittel mehr“ oder „Wo is’ mein Jeld bloß jeblieben“! Berichten Sie von Ihren sicheren Hobbys und den unzähligen Bildungsreisen in sichere Gebiete der Welt. Sicher ist wichtig, denn risikofreudigen Kunden gibt niemand gern Kredite. Sollten Sie sich verquatschen, bedenken Sie, dass das Internet nichts vergisst und Facebook auch sammelt, was Sie löschen. Löschen Sie also erst gar nicht, sondern erzählen Sie zum Ausgleich von Ihren Goldvorräten und Diamantenminen. Ölquellen gehen auch. Tragen Sie ruhig dick auf! Falls der Lack bröckelt, besteht so wenigstens eine kleine Chance, dass etwas hängen bleibt.

Ziehen Sie um! Eine Villa in einem Münchner Vorort oder bei Hamburg dürfte für deutsche Verhältnisse genügen. Berlin ist gut, Zehlendorf aber besser als Marzahn. Brandenburg geht gar nicht. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ausschlusskriterium der Extraklasse. Sie ziehen natürlich nur virtuell. In Wirklichkeit wohnen Sie noch immer zur Miete und die können Sie nur mit Hängen und Würgen aufbringen. Sollte jemand kritisch nachfragen, entgegnen Sie: „Ich war so lange nicht mehr in Deutschland!“ Die Villa hätten Sie gerade bezogen und sich schon gewundert, wo Ihre Sachen, die Gemälde und Teppiche seien. Sie können kurz zur Ablenkung anreißen, wie Ihnen unlängst bei einer Tagung zwei Koffer abhanden kamen und Sie fast ohne Garderobe dastanden. Zum Schluss schimpfen Sie noch gemäßigt über die deutsche Bürokratie. „Wo soll man sich denn noch überall anmelden?“ Aber nicht zu sehr schimpfen! Sie wollen doch ein braver Bürger sein, nicht?

Das alles funktioniert nur, wenn Sie Ihre Freunde wechseln oder die mitziehen. Mitziehen ins Land der liquiden Netzwerker, wo Kredite fließen wie warm Wasser aus Wand. „Arbeitslos“ ist ein Todesurteil für jede Bonität. Sabbatjahr ist besser. Selbstfindung, um dann wieder im Business voll durchstarten zu können. Freunde in Ihrem sozialen Netzwerk haben es ja gar nicht nötig, einen Finger krummzumachen. Die lassen für sich arbeiten, während sie selbst auf der faulen Haut liegen. Dies noch: Befreunden Sie sich in sozialen Netzwerken nicht mit Politikern, äußern Sie sich auch nicht politisch! Zur Schuldenkrise schweigen Sie! Sie versichern, nur zum Griechen an der Ecke zu gehen, um dort vorwurfsvolle Blicke abzuliefern.

Wenn Sie all diese Ratschläge befolgen, dürfte einer baldigen Verdoppelung Ihres Dispokredites nichts im Wege stehen. Unebenheiten im Infotext zu Ihrer Person überlächeln Sie mit einem perfekt bearbeiteten Foto vor Ihrem Landsitz. Und denken Sie immer daran: Die wollen Daten klauen, Daten können die bekommen, hat ja keiner gesagt, dass die wahr sein müssen. Und falls alle Stricken reißen und Sie das bisschen Realität einholt, rettet Sie die Kanzlerin persönlich.

Foto: thethreesisters

31 Dollar

Facebook ist an die Börse gegangen. Facebook verliert seitdem an Wert, an Wert, den es nie wert war. Matthias Schumacher staunt, wundert sich aber nicht.

Die Börse verstehen am besten jene, die keine Ahnung von der Börse haben. Das macht mich zu einem von Millionen Börsenverstehern in Deutschland und qualifiziert mich, nicht den Zahlen, sondern den Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen. Immer wieder staunen wir darüber, dass jene, die sich auf dem Börsenparkett auszukennen vorgeben, genauso hilflos umherirren wie wir. Ist ja auch ein weites Feld. Und ganz schön glatt, dieses Parkett! Da wundert uns mancher Sturz nicht mehr.

Facebook: 31 Dollar. Tendenz: ?

Was ist da passiert in den letzten Tagen? Das wird man untersuchen. Man wird Schuldige finden und die Großen laufen lassen. Mark Zuckerberg wird es überleben. Ob sein geschätztes Privatvermögen dann 17, 18 oder 19 Milliarden Dollar beträgt? Das ist alles nicht wirklich interessant. Interessant ist das Gefühl, das wieder einmal provoziert wurde. Das Gefühl der Willkür, der Machtlosigkeit selbst derer, die das Börsenschiff steuern sollten. Es scheint ein Geisterschiff. Unbeherrschbar sobald es vom Stapel gelassen, blind durch die raue See offener Märkte schippernd. Auf und ab. Meist ab. Da versinken schon mal Milliarden in den Kanälen und Ärmeln. Von jetzt auf gleich. Das kennen wir. Solange keine Arbeitsplätze gefährdet sind und wir nicht mit Steuergeldern aushelfen müssen, lassen uns Milliarden kalt.

„Facebooks Sturz gefährdet 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland.“ Ein Traum! DIE LINKE hätte frohlockt, das „Milliardengrab“ gegeißelt und zum wiederholten Mal das Ende des Kapitalismus ausgerufen. Aber DIE LINKE begräbt sich grad selbst. Wäre die Betrachtung des Vorgangs nicht Aufgabe der Piratenpartei? Dazu bräuchte man allerdings klare wirtschaftspolitische Positionen. Warum tummeln sich diese Kämpfer für Transparenz eigentlich auf einer der undurchsichtigsten Plattformen des freien Internets? Wer soll jetzt das Wort ergreifen, wenn nicht die? Seehofer? Der lud kürzlich zur Facebook-Party und kaum einer ging hin. Tausende Anmeldungen im Netzwerk schmolzen wie ein Eisbecher in der Sonne auf 500 reale Gäste. Wer könnte in der deutschen Politik besser darüber Auskunft geben, dass Facebook eine überbewertete Blase ist? Warum nutzt kein deutscher Politiker die Gunst der Stunde zur Abrechnung, zur Profilierung? Müssen wir erst auf den nächsten Sarrazin warten? „Deutschland braucht Facebook nicht!“

Ich schätze den freien Mark. Nicht den entfesselten Markt, wie ihn Gregor Gysi und andere Stimmenfänger kritisieren. Diese Entfesselung gibt es so nicht. Noch reguliert er sich irgendwie selbst. Der Markt wird sich hüten, den Markt zu zerstören. Es läuft. Wie auch immer. Irgendwie läuft das alles noch. Mal gut, mal mies, zuweilen katastrophal. Irgendwo taucht das Geld schon wieder auf. Wie beim Börsengang von Facebook. Da kamen Milliarden wie aus dem Nichts. Zeitweise lag die Aktie fünf Dollar über dem Ausgabewert. Anfang dieser Woche waren die verpufft. Beim nächsten Hype ist das Geld wieder da.

Aber heute geht es noch um Facebook. Um die heiße Luft von 900 Mio Nutzern in über 60.000 Servern. Kein Mensch kann sagen, was so etwas wert ist. Kein Mensch weiß, welche Einnahmen sich künftig erzielen lassen und ob nicht eines der zahlreichen sozialen Netzwerke bald attraktiver sein wird. Vielleicht wird Facebook das Schicksal manch anderer Plattformen erleiden: Eines Tages von allen guten Usern verlassen. Selten wurde mehr spekuliert als bei Facebook. Was blieb den Spekulanten anderes übrig? Kein Social Network ist zuvor an die Börse gegangen. Ein Präzedenzfall wie die Deutsche Einheit. Da musste man am Ende auch draufzahlen. Zum Start war Facebook mehr wert als BMW, Lufthansa und die Deutsche Bank zusammen. Und wieder staunen wir darüber, was Experten für richtig und angemessen halten und warum sie sich wundern, dass eine Blase platzt, wenn man sie anschneidet und verteilen will. Mir ist so Telekom. Warum wundert mich das nicht?

Pressestimmen und Referenzen 2.0 (Wir sind die Medien)

Pressestimmen sind beliebt. Autoren und Künstler sammeln gewohnheitsmäßig Zeitungsschnipsel und Links, in denen etwas (meist Gutes) über sie gesagt wurde. Manchmal heißt die Rubrik auch “in den Medien”.

Nicht aufgelistet sind in der Regel die Erwähnungen in Blogs oder sozialen Netzwerken, die mitunter ein nicht geringes Publikum erreichen. In den Medien ist heute eine reformbedürftige Formulierung, weil sie geprägt ist von Gewohnheiten, die gerade bei der älteren Generation hauptsächlich Radio, Fernsehen, Zeitung heißen und noch lange heißen werden.

Die Sammlung von Pressestimmen nur für Leser Ü60? Ohne Frage sind TV-Beiträge und Radio-Interviews mit ihren teils Millionen Zuschauern vor allem aus Vermarktungsgründen bedeutender als jedes Blog. Sind Blogbeiträge aber unbedeutender?

Wenn man mehrfach in großen oder kleinen Blogs positiv besprochen wurde, sind das keine Prädikate? Wer aber gibt solche Erwähnungen oder Verlinkungen als Referenzen an? Sind sie denn nicht oft ehrlicher als von Verlagen und PR-Strategen gekaufte Besprechungen in Print oder TV?

Autoren, Kreative, die sich im Internet versuchen und auf Zuspruch stoßen, sollten sich nicht scheuen, auf lobende Worte zu verweisen. Das gute Gefühl, seinen Namen auf einer anderen Website zu sehen, kann beflügeln. Auch nur 100 reguläre Leser sind Leser, die es sehr wohl im Auge haben, ob jemand beachtet wird oder ignoriert. Und den Lesern sei gesagt, dass ein FAZ-Journalist beispielsweise auch nur jedes hundertste Buch bespricht, das ihm die Verlage zuschicken. Dann entscheiden Zufall, Sympathie oder Hass.

500 Jahre Buchdruck und das letzte Jahrhundert des Fernsehens, Radios und Films haben tiefe Spuren hinterlassen. Ja wir sind im digitalen Zeitalter angekommen, doch ein Blatt Papier oder ein Link auf einer Seite, deren Betreiber mit Papier groß geworden ist, wiegt noch mehr als der Link eines Bloggers, der sich in manchem nicht schlechter auskennt als andere und seine Artikel ebenso leichtfertig oder wohl überlegt schreibt. Je nachdem.

Wir sind die Medien! Ist es Ihnen schon aufgefallen? Jeder kann ein Blog öffnen, Leser gewinnen und ist somit ein Medium. Ein kleines vielleicht. Doch nicht zwingend ein schlechtes. In den Medien heißt auch: wir in uns. Wir sind heute schon mehr Presse, Journalisten, Rechercheure, Kritiker als uns bewusst ist. Was wir öffentlich oder in einer ausreichend großen Gruppe im Web tun, hat Gewicht und Auswirkungen. Positive wie negative. Wir stützen mit jedem Link, wir kanzeln ab, wenn wir nicht verlinken. Oft verlinken wir, was uns nicht gefallen hat und stützen so jene, die es vielleicht nicht verdient haben.

Und wenn jemand in seinem kleinen Blog etwas schreibt, was wahr und klug ist, warum soll man das nicht als Referenz für sich sprechen lassen? Weil es vielleicht ein Freund ist? Was glauben Sie, wieviele Freunde sich in den Medien was schreiben!?

Seehofers (sensationell langweiliges) Interview

Die Brisanz besteht im Zeitpunkt. Allein im Zeitpunkt. Denn was CSU-Chef Horst Seehofer da in diesem Nachgespräch mit Claus Kleber von sich gab, kannte man von ihm oder wusste es, weil es allzu offensichtlich ist. Es war nichts neu. Es war lediglich geballt und eben nach(!) der Aufzeichnung für das ZDF heute-journal. Und damit sensationell. Für Politikinteressierte allerdings sensationell langweilig.

Dennoch scheint es irgendwie wichtig. So wichtig, dass etwa ZEIT ONLINE wie viele andere das Video nicht nur eingebettet hat, sondern auch noch einen Teil des Wortlauts abtippte. Wirklich sensationell wird es so doppelt gemoppelt zwar auch nicht, aber die, die das Medienereignis des Tages beim Surfen am Arbeitsplatz nicht hören und sehen können, haben so wenigstens die Möglichkeit zu lesen, was nicht neu ist.

Am Ende zitiert Kleber seine Moderationskollegin Marietta Slomka, die bei der Verleihung des Medienpreises für Sprachkultur sinngemäß sagte, dass “bei unseren voraufgezeichneten Schaltgesprächen das, was man vorher und hinterher sagt, immer interessanter ist als das aufgezeichnete.”

Möglicherweise wäre das Gespräch vor dem aufgezeichneten Interview mit Seehofer tatsächlich interessant gewesen.

(Das Nachgespräch beginnt 5:17)

Angestaubter Senf zu Schweizer Käse

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Die SVP-Nationalrätin Natalie Rickli trägt ihr nationalstolzgestähltes Herz auf der Zunge. “Einzelne Deutsche stören mich nicht, mich stört die Masse.” Anfang der Woche habe ich der medienwoche.ch bereits ein Statement dazu gegeben und mir weitere Gedanken gemacht, die ich allerdings für mich behielt. Da nun aber Dieter Moor, Biomoderator und Moderationsbauer, seine Landsleute für “Idioten” hält und seinen Pass abgeben will, muss ich einfach durch diese hohle Gasse kommen und bringe meinen angestaubten Senf mit. Kommentar:

Wenn die Natalie lieber mit dem Geissenpeter allein auf der Alm spielt, ist der Deutsche gekränkt. Er kommt doch aus dem beliebtesten Land der Welt. Wo er auftaucht, empfängt man ihn mit offenen Armen. Selbst bei Kriegseinsätzen mag die einheimische Bevölkerung die deutschen Soldaten besonders gern.

Doch wenn das Heer deutscher Serviertöchter* zu groß ist, dann ist es eben zu groß. Wann es zu groß ist, bestimmt die SVP. Und mancher Deutsche sitzt zu Hause am Stammtisch unter seinesgleichen, unter Deutschen, oder im Urlaub, fern der Heimat, unter Deutschen, oder in seiner Wahlheimat Zürich, unter Deutschen, und ist erzürnt. Erzürnt, weil einige Schweizer gern unter sich sind.

Dieses Revierverhalten! Dieses nationalistische Bergvolk mit dem beschränkten Horizont! Dieses Steuersünderland! Alle von Deutschen Politikern gepflegten und verbreiteten Klischees werden bedient. Nicht mal unser „Wetten dass..?“ wollen die jetzt mehr! Und wenn die Schweizer keine Deutschen mehr wollen, dann fährt der Deutsche nicht mehr hin. Das erzürnt wiederum den Tourismusverband.

Man kann den Deutschen nur raten, sich nicht von den neuen alten Zöpfen der Nationalrätin Rickli beeindrucken zu lassen. Die Schweizist zwar ein kleines Land, aber auf diese Dame zu treffen, ist dennoch recht unwahrscheinlich. Die übrigen Schweizer sind in der Regel sehr nett. Manchmal begegnet man sogar welchen.

*Kellnerinnen

Spiegel Online – und was Sie sonst noch nicht lesen müssen

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Unlängst “witzelte” ich auf Twitter und schaffte es mit einem Tweet auf tagesspiegel.de – beispielhaft dafür, wie Journalismus heute funktioniert. Man geht auf Masse. Masse um den Preis der Klasse. Das Internet will befüllt werden und nur wer die Leser füttert, wird nicht verhungern. Es gilt, die Nachrichtensucht der Menschen zu befriedigen. Mit Artikeln wie “Netzgemeinde spottet ‘Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen” wird die Zeitlücke gefüllt, in der es keine echten Nachrichten zu geben scheint. Eine halbherzig hinformulierte Link- und Zitatsammlung. Rasch aus dem Netz gefischt und in 20 Minuten leicht behandelt zurückgeworfen. Des Users Meinung muss für manches herhalten. Der Online-Redakteur ist dankbar und findet alles, was er gerade braucht, um zu belegen, was man behauptet oder vom Chefredakteur vorgegeben wird. Meiden Sie solche Artikel, Sie erfahren nichts!

Wie meinen Sie?

Etliche Onlinemedien bedienen sich des Mittels der Umfrage via Klick, um ihren Lesern auf den Zahn zu fühlen und die Möglichkeit der Beteiligung vorzugaukeln. Dann schaut man, wie das Ergebnis aussieht, und je nachdem, wo das Blatt politisch steht, wird entschieden, ob man für oder gegen die Leserschaft arbeitet. Man schreibt in der Regel für sie, auch wenn Onlineumfragen keine Aussagekraft haben, denn sobald irgendwo abgestimmt wird, wird in den Sozialen Netzwerken mobil gemacht. Jeder für seine Sache. Dann heißt es: verlinken, weiterleiten und “Stimmt bitte ab!” Die Manipulationsquote ist hoch. Leser wissen das. Aber irgendwie bleibt eben doch was hängen und trägt zur Meinungsbildung bei. Inwiefern und ob Redaktionen einen Anteil an Manipulationen haben, ist spekulativ. Sie hätten in jedem Fall leichtes Spiel. Falls Sie wert auf Volkes Meinung legen, Finger weg von Online-Abstimmungen! (Und schauen Sie auch nicht in den Videotext einiger Privatsender, wo man die SPD via Telefon auf 70 Prozent bringen kann!)

More is more – Spiegel Online, das Masse-Medium

Kommen wir zurück zur Masse und zum Paradebeispiel Spiegel Online. In den letzten 24 Stunden wurden dort über 100 Artikel veröffentlicht. Das Leitmedium, das Qualitätsmedium: Ein Masse-Medium! Ob es für deutsche Leser relevant ist, dass bei einem neuseeländischen Ballonunfall im Januar Canabis im Spiel war? Ob durchgekaut werden muss, was sich Anne Will und Gäste am Abend zuvor lieferten? Spiegel-Journalisten besprechen unheimlich gern das Fernsehen und sagen, dass es ihnen nicht gefällt. Früher gab es dafür Kommentare. Heute Meinung im Gewand einer Meldung. Wer braucht solche Artikel, wer will sie? Zahlen würde dafür wohl niemand, aber online nehmen wir sie mit. Und SpOn hat wieder einen Artikel mehr. Und dann noch die hochgekochte Geschichte vom Herrn Röttgen, der sich verhaspelte. Nein, er hat nicht den Holocaust geleugnet! Es scheint alles viel schlimmer. Und irgendwas über Justin Bieber hatte Spiegel Online auch zu berichten.

Die Suche nach Exklusivität, nach höchster Qualität, die ein Leitmedium ausmachen, führt in einen riesigen Haufen, dessen Definition die Hausaufgabe des Lesers sein sollte. Nirgends eine Meldung, die man nicht auch andernorts hätte lesen können. Spiegel Online ist verzichtbar. Focus.de, Stern.de und wie sie alle heißen, schreiben dieselben Agenturmeldungen um und eh voneinander ab.

Internetnutzer B. (ein Freund, man fragt immer zuerst Freunde, die man ggf. auch verlinkt) zur Bedeutung von SpOn für sein Informationsbedürfnis:
“Da geh ich rauf, wenn ich Langeweile hab und ärger mich.” Nachrichten bezieht der unternehmungslustige Kosmopolit und Wahlschweizer, der übrigens grandios fotografiert, vor allem aus Blogs und über Twitter.

Alle Wege führen zu SpOn

Der Leser vertraut darauf, dass weiterführende Links für ihn einen Mehrwert, eine Bereicherung darstellen oder Quellen belegen. Man verlinkt, wenn nicht etwas ausnahmsweise tatsächlich Außergewöhnliches passiert, in der Regel auf vertrauenswürdige und befreundete Seiten, die man besonders mag. SpOn liebt sich über alles. Im oben erwähnten Artikel über Röttgens “Patzer” wurden fünf Links gesetzt. Vier führen direkt zu Spiegel Online, einer zur ZDF-Mediathek. Hinter drei der vier auf SpOn geleiteten Links stehen Artikelsammlungen zur Person und der jeweilige Wikipedia-Link. Spiegel Online beruft sich gern auf sich selbst. Ist es das, was man mit Exklusivität meint? Man bleibt unter sich und spielt an sich rum. Im Zeitalter sozialer Medien ein vorsätzliches Vergehen.

Ohne Frage, es ist das Internet, da wird halt verlinkt. Wer weist sich nicht selbst am liebsten als zuverlässige Quelle aus? Aber gibt es keine anderen Götter? Sollte man nicht hin und wieder vom Ross steigen und dorthin verlinken, woher die Informationen stammen? Das wäre wirklich leserfreundlich, aber die Gefahr, einige Besucher einzubüßen, scheint Spiegel Online zu groß. Obwohl man sich nach außen unverzichtbar gibt, scheint im Innersten eine große Unsicherheit vorzuherrschen. Man muss ja nicht gleich auf BILD verlinken!

Manchmal, ganz selten, kommt es zu unerklärlichen Kuriositäten wie dem Artikel über Obamas riskantes Coming Out, der Stoff und Platz für dutzendfache Verweise geboten hätte, aber nicht einen einzigen beeinhaltet. So wirkt er wie ein Zeitungsartikel, einer auf Papier, und irgendwie finde ich das gar nicht so schlimm.

Mal nicht irgendwas lesen müssen, weil der Link einen so anlacht oder der Jauch einen ja mal für 500 Euro dazu befragen könnte.
Geschichtsfrage. Oh Gott! “Wohin führen sprichwörtlich alle Wege?”
A) in den Wald, B) nach Aldi, C) zu SpOn, D) über Wipperfürth.
Hätten Sie diesen Artikel besser nicht gelesen!

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Der unaufhaltsame Harald S.

SAT.1, ARD, SAT.1, Sky. Danach bleibt ihm nur noch das Internet.
Matthias Schumacher rät Harald Schmidt ab und sagt dem deutschen Fernsehen die Zukunft voraus.

Dass kaum jemand zusieht, heißt nicht, dass etwas im Fernsehen schlecht ist. Manchmal ist es nur schlecht platziert wie ein Blumenkohl im Supermarktregal neben den Damenbinden. Manchmal weiß man etwas nicht zu schätzen oder versteht es nicht, weil es einem zu hoch ist. So erklären sich arte und 3sat. Manchmal kann man es aber einfach nicht mehr sehen. Darum geht Harald Schmidt nun zum Premiere-Nachfolgesender Sky und wird verschlüsselt. Wer nicht zahlt, kann Schmidt fortan nicht mehr zusehen bei dem, was er seit 1995, unterbrochen von kleineren und größeren Kreativpausen, mal dort, mal da gezeigt hat.

Den ganzen Artikel lesen auf www.matthias-schumacher.com >>>

Bauch, Brust, Zähne


Wer wenn nicht RTLII? Wenn von Diäten und Geburten erschlaffte und von Zahnarztangst geplagte Frauen »Extrem schön« werden. Wenn Messis dem Chaos entkommen und »Kochprofis« hilflosen Gastronomen die Hintern vom Herd holen, dann ist es RTLII.  Wer wenn nicht die? Vielleicht ProSieben, RTL… Allemal Privatfernsehen.

Warum übernehmen Fernsehanstalten seit Jahren die Aufgabe von Therapeuten, von Einrichtungs- und Ernährungsberatern, von Sozialamt, Jugendamt, Jobcenter, Heiratsvermittlung? Warum gehen Menschen lieber mit ihren Problemen zu Privatsendern als zum Partner oder zu anonymen Anlaufstellen? Warum muss der Schuldenberg in aller Öffentlichkeit abgetragen werden?

Wenn Frauen sich nicht mehr im Spiegel ansehen möchten, wenn sie sich ihrem Partner verweigern, ist es dann folgerichtig, sich ans Fernsehen zu wenden und der Nation zu zeigen, was dem Ehemann lange vorenthalten wurde? Warum lassen sich Menschen in tiefster Depression filmen, gehen damit nach außen, wenn sie sich sonst kaum noch auf die Straße trauen? Es ist ein Phänomen. TV makes it.

Doch ist es nun schlecht, wenn ein Sender anrückt, um Schimmelbefall zu entfernen oder gar das ganze Haus zu entkernen und schließlich von Grund auf mit Ikea aufzumöbeln? Ist es schlimm, wenn die Freunde, die jahrelang keinen Handschlag getan haben, vor der Kamera zupacken und plötzlich alles ganz schnell geht? Ist es verwerflich, wenn das Fernsehen bezahlt, was man sich nie leisten könnte? Darf man auf diese Weise nicht ein bisschen glücklicher werden? Wird man so denn glücklicher? Mit weniger Bauch, strafferer Brust und Zähnen – endlich Zähnen?

Es verursacht ein seltsames Gefühl im Bauch, wenn Fernsehen tut, was nicht des Fernsehens Job ist, noch dazu etwas, das man im Grunde sozial nennen würde, wenn es nur nicht das Fernsehen wäre.

Der Preis ist die laufende Kamera und alle sehen zu.
Aber ist das nicht besser als wegzusehen?

Shit im Spiegel

Dass Spiegel Online allmählich zu einem zweitklassigen Irgendwas verkommt, kann man Tag für Tag beobachten. Wortspielchen in den Artikelüberschriften wie sie BILD-Chef Kai Diekmann nicht besser in Auftrag hätte geben können. Meinung statt Information. Banalitäten wie die Absetzung von »Gottschalk live« als Eilmeldung. Man baut mit Allerlei ein Einerlei aus Sensatiönchen und pustet solange bis sie platzen oder jemandem um die Ohren fliegen.

Aber man lebt offensichtlich recht gut vom noch nachhallenden Ruf des Leitmediums und kann es sich leisten, derlei als Qualitätsjournalismus anzubieten:

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Anders als mit Borniertheit, Selbstverliebtheit und überbordender Arroganz ist nicht erklärbar, dass drei gestandene Journalisten an einem Artikel arbeiten, den die Putzfrau des Königs Wusterhausener Blickpunkt* beim Bohnerwachsschnüffeln zusammenschreiben könnte. Tausendmal so oder ähnlich Gelesenes neben wichtigtuerischen Blödheiten wie »Shitstorm – es ist schon jetzt das Wort des Jahres«. Dass auch noch der Arabische Frühling als Paradebeispiel für die Notwendigkeit freier Kommunikation im Internet herhalten muss, sollte einen stutzig werden lassen. Es ginge auch etwas kleiner, aber wer aufbauschen will, muss zu großen Bildern greifen.

Doch das Erstaunlichste ist nicht die offensichtliche Unzulänglichkeit und Lustlosigkeit der drei, DREI(!), Autoren, es sind die Politikerstatements, die in drei fettgedruckten Zeilen angekündigt werden:

Wie läuft ein Shitstorm ab? Was erleben die Betroffenen? Zehn Politiker berichten auf SPIEGEL ONLINE von ihren Erfahrungen mit der Wut im Internet – und fordern bessere Umgangsformen im Netz

Das macht neugierig. Die Ernüchterung folgt auf den nächsten Klick. Statt ausführlicher Erfahrungsberichte, Frage und Gegenfrage, folgt eine Fotostrecke mit einigen verhaltenen Zeilen gestandener Politiker und Politikerchen. Große Bilder, kleiner Absatz. Anekdötchen wie die Geschichte von Hans-Christian Ströbele, der im vergangenen Herbst eine »Flut von wüsten Beschimpfungen« »unangenehm« fand, sich aber flink klientelgerecht als »großer Internetfan« outet, trotz Alter und Technikferne. Willkommen im Fanclub!

Wie solche Sammlungen von gequirltem Senf zustande kommen, scheint klar. Eine Rundmail zieht hinaus in die Welt – und wer antwortet, hat gute Chancen, auf Spiegel Online als Shitstormopfer brillieren zu dürfen. Oder haben die DREI Journalisten persönlich angerufen? Da kann man als Politiker nicht auflegen, da muss man was sagen. Irgendwas, sowas wie Hans-Christian Ströbele beispielsweise.

Und wo ist der groß angekündigte »Politiker-Protest gegen Wut im Netz«? Quasi nicht existent. »Laue, lasche, gemäßigte Kritik« hätte es besser getroffen, aber sich nicht so gut verkauft. Reißerisch würde man solche Aktionen mit einem Wert von unter Null bei der BILD nennen. Bei Spiegel Online nennt man es Journalismus, vielleicht noch investigativ.

Was soll das in einem Land, wo gegen alles, was einem im Netz nicht passt, sehr gut und wirksam vorgegangen werden kann? In einem Land, wo Politiker eben damit leben müssen, dass es nicht nur Rücken-, sondern auch Gegenwind gibt? Was soll das hier, wo Feiglinge und Denunzianten schon immer anonyme Briefe schrieben, in denen sie den Frust über Gott, die Welt und ihr beschissenes Leben (für das sie alle anderen verantwortlich machen) am liebsten an Politikern ausließen? Die anderen sind immer schuld. Shitstorm, ja bitte! Am besten unter http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,829312,00.html

Nachtrag: Und der Bürger sollte sich fragen, was diese drei(!) Autoren da eigentlich treiben. Kann sich eigentlich jemand vorstellen, wieviele solcher Journalisten-, Blogger-, Wutbürgeranfragen jeder Spitzenpolitiker täglich bekommt und wieviel Zeit dadurch verloren geht? Wertvolle Zeit, die besser zur Gestaltung der Politik verwendet werden könnte. Und dann muss man auch noch zu Illner, Jauch, Maischberger, Beckmann und sich weiteren dummen Fragen stellen. Wir sind da angekommen, wo jeder Vollpfosten von seinem Abgeordneten höchstpersönlich Rede und Antwort verlangt. Und wir sind längst da, wo Politik nach Umfragen und relativer Shitstormwahrscheinlichkeit gemacht wird. Und wir sind längst da, wo SPIEGEL und BILD über eine Fusion nachdenken sollten.

* Matthias Schumacher schrieb in den 1990er Jahren einige Artikel für die Lokalzeitung »Blickpunkt« und möchte sich dafür entschuldigen, das ehrwürdige Anzeigenblatt in die Nähe des Hamburger Magazins gerückt zu haben.